Dienstag, 28. August 2012

Cervantes Novellen


Ich aber, geliebte Isabel, war von dem Augenblick an, da ich dich liebte, von einer andern Liebe beseelt, welche nicht auf die Befriedigung des sinnlichen Triebes gerichtet ist. 
Denn wenn auch deine körperliche Schönheit mir die Sinne fesselte, so nahmen doch zugleich deine unzähligen Tugenden meine Seele gefangen; und wenn ich dich in deiner Schönheit liebte, so bete ich dich in deiner Entstellung an. Und damit ich erhärten kann, dass ich die Wahrheit rede, gib mir deine Hand!

Sie reichte ihm die Rechte, die er in seine nahm, um also fortzufahren:

Bei dem katholischen Glauben, den meine christlichen Eltern mich lehrten, und wenn dieser vielleicht nicht ganz so echt ist, wie er sein sollte, bei dem Glauben, den der Statthalter Gottes zu Rom behütet, und den auch ich in meinem Herzen bekenne, glaube und bewahre, und bei dem wahrhaftigen Gott, der uns hört, schwöre und verspreche ich dir, geliebte Isabbel, du Hälfte meiner Seele, dein Gemahl zu werden; 

...und ich bin es von diesem Augenblick an, wenn du mich zu dem Glücke erheben willst, DASS ICH DIR GEHÖREN DARF.

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